AlphaZ
AlphaZ - Die Intention

Von der Alphabetisierung und
berufsorientierten Grundbildung zur Grundbildung für den Beruf


Der Trend in Europa geht – wie in hoch entwickelten Industriestaaten allgemein - dahin, dass die Erwartungen in Alltag und Beruf an das Individuum steigen. Ein höherer Grad an Eigenverantwortung, Qualifikation, personalen und methodischen Kompetenzen und damit einhergehend ein höherer Grad an Bildung werden quasi zur Voraussetzung für eine erfolgreicheTeilhabe in Gesellschaft und Beruf.

Wer hinter diesen Erwartungen zurückbleibt, muss mit negativen sozialen Folgen rechnen. Diejenigen, die schriftsprachliche Kompetenz (Literalität) in der Schule nicht hoch genug entwickelt haben bzw. die diese Fertigkeit nicht regelmäßig den steigenden Anforderungen anpassen können, werden den Ansprüchen nicht mehr gerecht und sozial (und hier vor allem auf dem Arbeitsmarkt) sanktioniert.

Begrifflichkeiten wie Alphabetisierung oder funktionaler Analphabetismus werden in diesem Kontext zunehmend problematisch, da sie unter Umständen zusätzlich diskriminierend und stigmatisierend wirken. Zudem wird unter Alphabetisierung in der Öffentlichkeit oft der Prozess des reinen Schrifterwerbs verstanden, der nur einen (wenn auch unabdingbaren) Teil von heutzutage benötigter Grundbildung ausmacht.

Zu den „traditionellen“ Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens gehört in Wissensgesellschaften eine weitere, die man mit Anwendungskompetenz im Umgang mit Medien bezeichnen kann. Der Medienbegriff kann hier durchaus breit definiert werden: vom Umgang mit einem Handy über die Programmierung eines TV-Gerätes bis hin zu diverser PC-gestützter Anwendersoftware und Informationsrecherche im Internet im beruflichen Alltag.

Fehlende Grundbildung führt zu einem höheren Armutsrisiko und erschwert die Integration in den Arbeitsmarkt, da sie eine erfolgreiche Teilnahme an beruflichen Qualifizierungsangeboten verhindert.

Für gering Qualifizierte, die Beschäftigungsverhältnisse haben, stellt sich daher die Frage, wie sie die zunehmenden Anforderungen am Arbeitsplatz weiterhin erfüllen können. Für diejenigen, die nicht in den Arbeitsmarkt integriert sind, stellt sich die Frage, mit welchen Weiterbildungsansätzen und –angeboten sie in diesen integriert werden können.

Grundbildungsangebote müssen folglich identifikationsfördernd, aber auch berufsqualifizierend sein. Lernen und (berufliches) Handeln müssen stärker verzahnt werden, gleichberechtigte Lernorte müssen zunehmend Betrieb und begleitende Qualifizierung sein.

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Das Vorhaben AlphaZ der Zukunftsbau GmbH, Berlin wurde in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität zu Berlin (Philosophische Fakultät IV, Abteilung Wirtschaftspädagogik) durchgeführt.

„Das dieser Website zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01ABO73101, 01ABO73102, 01ABO73103 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.“ (S.BNBest-BMBF 98, 6.4)
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